Zwei Höfe bestehen Herausforderung


        
    

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Umstellung auf Meller Bio-Milch: Durststrecke ist vorbei.

Bio-Klee und Bio-Mais sind das wesentliche Futter für die Milchkühe von Jessica Meierfrankenfeld in Westendorf.
Umgeben von Weide-Kühen stoßen Jobst und Heinz-Martin Brüggemeier und Jörn Bender (von links) mit einem Glas Bio-Milch auf die erfolgreiche Umstellung des Westhoyeler Hofes an. Foto: Norbert Wiegand

 

Zwei weitere Riemsloher Bauernhöfe vermarkten jetzt ihre Milch als Bio-Milch. Die Höfe Brüggemeier (Westhoyel) und Meierfrankenfeld (Westendorf) haben die eineinhalbjährige Umstellungsphase gemeistert.

„Wir wussten ja, was auf uns zukommt“, blickt Jobst Brüggemeier auf seine Entscheidung vor zwei Jahren während der Milchpreiskrise zurück. 16 Monate lang musste er teures Ökofutter kaufen und bekam nur den Preis für konventionelle Milch.

Spezialtechnik

Außerdem musste er sich neue Spezialtechnik zur mechanischen Beikräuter-Bekämpfung anschaffen. „Allein der Striegel und die Hacke haben jeweils 15000 Euro gekostet“, verrät er. Dazu kamen weitere Investitionen in Stall-Umbauten. Denn Auslauf für alle Tiere gehört zu den Voraussetzungen für die Anerkennung als Bio-Milch.

„Die Kälber, Rinder und Kühe müssen das Wetter spüren und erleben“, erklärt Jessica Meierfrankenfeld, die neuerdings ebenfalls ihre Milch als Bio-Milch liefern darf. Die Westendorfer Jungbäuerin ist rundum zufrieden, dass sie den Schritt zur Umstellung gewagt hat: „Ich bin dadurch wieder mehr mit dem Herzen Landwirt; ich arbeite zwar mehr für unsere 70 Milchkühe, aber dafür mit größerer Leichtigkeit.“

Kreislaufwirtschaft

„Das ökologische Wissen, das wir früher gelernt haben, spielt wieder eine größere Rolle“, ergänzt Heinz-Martin Brüggemeier. Der Westhoyeler Senior-Landwirt spricht von einer „funktionierenden Kreislaufwirtschaft“, denn das benötigte Bio-Futter für die 90 Milchkühe wird großenteils auf dem eigenen Hof erzeugt. Als Dung dient eigene Bio-Gülle und eigener Bio-Mist. Diese biologisch erzeugten Nährstoffe bekommen auch kooperierende Bio-Ackerbaubetriebe, von denen das zusätzliche Futter bezogen worden ist.

Beide Riemsloher Höfe sind zufrieden mit dem Verlauf der Umstellungsphase. Da der Preis für konventionelle Milch wieder von 23 Cent vor zwei Jahren auf zuletzt 37 Cent gestiegen ist, waren die Verluste bis zur Anerkennung als Biomilch nicht so außerordentlich groß. Das Wetter spielte den werdenden Biobauern ebenfalls in die Hände: Das trockene Frühjahr erleichterte nämlich erheblich die mechanische Beikraut-Bekämpfung, sodass eine gute Maisernte bevorsteht. Klee und Mais spielen die größte Rolle bei der Fütterung von Bio-Kühen.

Jobst Brüggemeier ist sich sicher, dass sich Bio-Milch für seinen Hof langfristig auch wirtschaftlich lohnt. „Der konventionelle Milchpreis ist zwar aktuell gestiegen, aber mit erheblichen Schwankungen muss immer gerechnet werden“. Dagegen sei der Literpreis für Biomilch von derzeit 48 Cent recht konstant und berechenbar.

Noch zwei Biobauern

„Neben den Höfen Meierfrankenfeld und Brüggemeier stellen bis Januar noch fünf weitere Milchviehbetriebe im Landkreis Osnabrück auf Bio um“, erklärt Jörn Bender, Berater vom „Biokreis“. „Die Milch dieser sieben Betriebe wird über die Molkerei „Berliner Milcheinfuhr Gesellschaft“ (BMG) vermarktet und landet auf diesem Wege wieder im Einzelhandel der Region – auch in Melle und Riemsloh“, ergänzt er. Insgesamt sind zehn Höfe im Landkreis Mitglied im Verband Biokreis, davon vier in Melle. Mit Ackerbau und Schafen wird Marco Wilking nach abgeschlossener Umstellung Bio-Bauer in Bruchmühlen, mit Geflügelhaltung und Ackerbau Carl-Philipp Brinkmeyer in Buer.

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Text und Photos: Norbert Wiegand

Mit freundlicher Genehmigung des Meller Kreisblatt
 
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