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Aus kalt wurde warm Neues Freibad wurde 1982 eröffnet – Altes Becken von 1934 war baufällig.

Photo: Isabel Heitmann

Das vor 30 Jahren eröffnete Riemsloher Freibad hatte bereits ein Vorgängerbad. Das 1934 entstandene Schwimmbecken hatte die Funktion, der Landbevölkerung die Möglichkeit zu geben, den „Körper billig und mühelos zu säubern“.

Diesen Grund für den Bau des ersten Schwimmbades fanden Aktive des Bürgervereins in Zeitungsbänden aus dieser Zeit. In den Siebziger-jahren hatte sich der Zustand des Bades zunehmend verschlechtert, und deshalb wurde nach der Gebietsreform in der noch jungen Stadt Melle über eine Schließung, Umbau oder Neubau nachgedacht. „Die Stadt entschloss sich schließlich zum Neubau“, berichtete Peter Mittelberg vom Bürgerverein, der die Informationen über die Geschichte des Freibades Riemsloh zusammen-getragen hat.

Ein außerordentlicher Pluspunkt für das neu geplante Bad war, dass sich die benachbarte Firma rational Einbauküchen bereit erklärte, das Beckenwasser kostenlos zu beheizen. Damit erhielt das Riemsloher Schwimmbad einen beträchtlichen Vorteil gegenüber allen anderen Freibädern in der Umgebung, wie sich später zeigte.

Geplant wurde eine Anlage mit einer Wasserfläche von 470 Quadratmetern, bestehend aus Schwimmbecken (25 x 12,5 Meter), Nichtschwimmerbecken (12,5 x 12,5 Meter) und Kinderplanschbecken. Im Verlauf der Baumaßnahme gab es jedoch einige Misstöne: Besorgte Eltern mussten fürchten, dass das Planschbecken aus Kostengründen gestrichen werden sollte. 40000 DM waren hierfür veranschlagt. Die damaligen Parlamentarier gaben sich mit dieser Entscheidung jedoch nicht zufrieden, und eine großzügige Unterstützung der Firma rational machte den Bau des Planschbeckens schließlich möglich.

So konnte im Mai 1982 der Schlüssel für das neue Bad vom damaligen Meller Bürgermeister Clemens Schwertmann über Ortsbürgermeister Rudolf Meyer zu Riemsloh an Bademeister Helmut Beinke (den Vater des heutigen Schwimmmeisters Volker Beinke) ausgehändigt werden. In Anwesenheit von Gästen aus Melle und dem Landkreis Osnabrück wurde das Bad seiner Bestimmung übergeben. Die Leistungen des Architekten sowie die Ingenieurleistungen des Leiters des Tiefbauamtes der Stadt Melle, Hans Muhle, wurden gewürdigt. Die beiden Bürgermeister wagten dann als Erste den Sprung ins warme Nass.

Mit dem Neubau des Freibades verfügte Riemsloh ab 1982 über in dieser Zeit ideale Sportbedingungen. Neben Tennisplätzen und dem Sportplatz gab es nun auch ein neues Freibad. Die ständig warmen Wassertemperaturen waren in der Vergangenheit und sind bis heute ein Grund, warum sich viele Besucher sogar aus Bielefeld auf den Weg machen, um in Riemsloh ihre Bahnen zu ziehen. Zeitweise wurde das Wasser mit der kostenlos zur Verfügung stehenden Abwärme des Möbelwerkes auf mehr als 30 Grad Celsius aufgeheizt.

Nachdem die Firma rational die wohlige Wärme wegen Ausgliederung der Produktion (seit 2011) nicht mehr liefern konnte, hat diese Aufgabe die Firma Bio-Construct übernommen. Die Stadt Melle bezahlt die Beheizung nur bis 23°C, das Krukumer Unternehmen stellt aber genügend Energie für eine Wassertemperatur von 28 °C bereit. Ein modernes Blockheizkraftwerk wird dabei mit Biogas gespeist, sodass die nötige Energie für die Beheizung des Wassers zur Verfügung steht.

Quelle: Meller Kreisblatt, 25.04.2012