Bachblüten für Sonnenblumen und Tomaten


        
    

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Querbeet: Der Kräutergarten von Angelika Marggraf.
Liebevoll betrachtet Angelika Marggraf die kleine Tomatenpflanze. Fotos: Ingrun Waschneck

Angelika Marggraf verzichtet bewusst auf künstlichen Dünger. „Meine Pflanzen pflege ich mit Bachblüten, Reiki und liebevollen Worten“.

Dass ihnen das guttut, ist den kräftigen Sämlingen in den beiden Kaltgewächshäusern anzusehen.

„Ich bemühe mich, umweltgerecht zu gärtnern“, erklärt die ausgebildete Kräuterexpertin. So mische sie ihre Erden selbst. Über Winter wird der Kompost mit sogenannten effektiven Mikroorganismen gegossen, im Frühjahr vermengt sie ihn mit Mutterboden: „Diese Erde ist schwarz, duftet und ist voller Regenwürmer. Für die Anzucht füge ich noch Wesersand bei, das lockert die Erde auf.“ Um Müll zu vermeiden, nimmt Marggraf gebrauchte quadratische Töpfe.

Im Februar beginnt die Pflanzenfreundin mit der Aussaat, verwendet eigenes Saatgut oder Ableger, teilweise kauft sie Saatgut auch zu. „Wichtig ist gutes Saatgut.“ Jetzt, und auch beim Pikieren, gibt sie Bachblüten hinzu. „Die Rescuetropfen stärken die Samenkörner, denn Erde und Wasser sind wie ein kleiner Schock für sie“, weiß Angelika Marggraf. Die Beigabe von Holzapfel als Schutz vor Krankheiten und Walnuss für den Neuanfang täten ihnen ebenfalls gut.

Im März pikiert Angelika Marggraf die zarten Pflänzchen. Gemüsepflanzen wie Tomaten oder Kürbisse, aber auch Sonnenblumen bekommen kleine Tonkügelchen mit Mykorrhizasporen. „Diese Pilzsporen machen die Pflanzen resistenter und sorgen für großen Ertrag“, erklärt sie. Außerdem bräuchten die Pflanzen dadurch weniger Dünger und Wasser. In die Töpfchen steckt Angelika Marggraf Holzmundspatel, die sie mit dem Pflanzennamen beschriftet. „Die Holzspatel verrotten und gehen, im Gegensatz zu Schildern aus Kunststoff, ins Erdreich über.“

Pflanzen, die nicht jeder hat, züchtet Angelika Marggraf in ihrer „Herz und Hand Pflanzenzucht“.

Sind die Pflanzen groß genug, verkauft Marggraf sie in ihrem Garten oder auf Märkten. Zu jeder Pflanze gibt es ein Pflanzenporträt dazu. Darauf sind ein Foto sowie Informationen über die Geschichte der Pflanze und praktische Pflanz- und Pflegetipps. „Gerne bin ich auf dem Meller Markt, da habe ich schon so manch guten Tipp bekommen“, berichtet sie. Wie beispielsweise den, Mehltau mit einem Sud, der aus blühendem Oregano und Zimtstangen in Wasser gekocht wird, zu besprühen.

Wenn Angelika Marggraf nicht in ihrem Garten ist, kümmert sie sich um den Schulgarten in Riemsloh, bietet Kräuterwanderungen an, hält Vorträge oder bereitet Ausstellungen in dem 3000 Quadratmeter großen Garten vor, der auch die Kulisse für die Skulpturen ihres Mannes, des Holzbildhauers Peter Marggraf, bildet.

Verwunschen sieht das kleine Gewächshaus aus

Im Spätsommer und Herbst sammelt Angelika Marggraf die Samen ein und verpackt sie, gut beschriftet, in kleine Papiertütchen. Hat sie bei all dieser Pflanzenfülle auch eine Lieblingsblume? „Oh ja, die Rosengeranie mit ihrem beruhigenden Duft“, antwortet sie, ohne lange Nachdenken zu müssen. Und was treibt sie zu ihrer manchmal auch mühseligen Arbeit an? „Ich möchte mit meinen Pflanzen in den Gärten Freude verteilen!“

Im Rahmen der NOZ-Gartenserie „Querbeet“ findet am Sonntag, 21. Mai, ab 14 Uhr eine Garten- und Kräuterführung im Skulpturengarten statt. Anmeldung unter Tel. 0541/3101000 (Montag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr) oder unter noz.de/querbeeterleben. „Herz und Hand Pflanzenzucht“, St. Annener Straße 10, Riemsloh, Telefon 05226/17546

Bilder und Text: Ingrun Waschneck
Mit freundliche Genehmigung des Meller Kreisblatt

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